Historische Regenfälle führen zu Notstand in Missouri und Kentucky
Die zentralen Vereinigten Staaten erleben derzeit eine Periode außergewöhnlich heftiger Niederschläge, die in Missouri und Kentucky zu schweren Überschwemmungen geführt haben. Besonders betroffen war ein Sommerlager in Missouri, aus dem über 200 junge Camper und ihre Betreuer gerettet werden mussten. Die Vorfälle unterstreichen die Dringlichkeit, auf extreme Wetterereignisse vorbereitet zu sein und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.
Dramatische Rettungsaktion in Camp Taum Sauk
Am Freitag wurden 200 Kinder und Betreuer aus dem Camp Taum Sauk in Lesterville, Missouri, evakuiert, nachdem die Region von historischen Regenfällen heimgesucht worden war. Unter den Geretteten waren auch die elfjährige Benjamin und der neunjährige Teddy DeField, deren Mutter, Ann DeField, ihre Dankbarkeit für die sichere Rückkehr ihrer Söhne zum Ausdruck brachte. Die Evakuierung erfolgte mittels acht UH-60 Black Hawk Hubschraubern, die von etwa 35 Mitgliedern der Missouri National Guard gesteuert wurden. Die Geretteten wurden zu einer nahegelegenen Grundschule geflogen, wo sie mit ihren Familien wiedervereint wurden.
Ann DeField berichtete, dass sie am Freitagmorgen Textnachrichten von anderen besorgten Müttern über Sturzfluten im Camp erhalten hatte. Das Camp informierte sie später, dass die Kinder auf höher gelegenes Gelände gebracht und schließlich mit Hubschraubern evakuiert würden. Obwohl die Eltern in Panik gerieten, empfanden die Kinder die Erfahrung als aufregendes Abenteuer. Teddy DeField beschrieb die Fahrt im Black Hawk als „wirklich, wirklich lustig“, „sehr laut und sehr cool und schnell“.
Weitreichende Überschwemmungen und Notstandserklärungen
Die Rettungsaktion im Camp Taum Sauk ist nur ein Beispiel für die weitreichenden Auswirkungen der Überschwemmungen, die auch andere Teile von Missouri sowie Kentucky heimsuchen. Notfallhelfer sind im Einsatz, um gestrandete Autofahrer und andere Betroffene zu retten. Der Gouverneur von Missouri, Mike Kehoe, lobte die „außerordentliche Tapferkeit, Professionalität und das Mitgefühl“ der Ersthelfer und mahnte die Bevölkerung, wachsam zu bleiben und sich auf weitere Regenfälle vorzubereiten.
Gouverneur Kehoe rief am Freitag den Notstand für Missouri aus, nachdem ein nächtlicher Sturm innerhalb weniger Stunden bis zu 30 Zentimeter Regen in einigen Landkreisen niedergehen ließ. Dieses Ereignis wurde als „ein 1-in-1.000-Jahre-Regenereignis“ beschrieben. Er betonte die Gefahr des Fahrens durch überflutete Gebiete, da mehr als die Hälfte der Hochwassertoten in Missouri in Fahrzeugen eingeschlossen waren.
Todesopfer und weitere Wetterwarnungen
Die Überschwemmungen haben in Missouri bereits mindestens ein Todesopfer gefordert. Faith Gregory, 23 Jahre alt, wurde am Samstag tot im Huzzah Creek gefunden, fast zwei Meilen von ihrem Zuhause entfernt, nachdem sie am Freitagmorgen von den Fluten mitgerissen worden war. Der Black River, etwa 100 Meilen südlich von St. Louis, wurde voraussichtlich einen Rekordwasserstand von über 8,5 Metern in der Nähe der Kleinstadt Annapolis erreichen.
Der Nationale Wetterdienst warnte, dass in einigen Gebieten von Missouri und Kentucky bis Samstagabend über 10 Zentimeter Regen fallen könnten. Das Büro des NWS in Paducah, Kentucky, wies darauf hin, dass „eine weitere Runde von Stürmen heute Nachmittag bis heute Abend zu übermäßigen Regenfällen und Sturzfluten führen könnte.“ Da der Boden durch die jüngsten Regenfälle bereits gesättigt ist, sei ein schneller Abfluss bei starken Regengüssen wahrscheinlich. Große Teile von Kentucky und Missouri sowie Teile von Indiana, Tennessee und West Virginia standen bis Sonntag unter Hochwasserwarnung.
Kentucky kämpft seit Wochen mit Unwettern
Kentucky ist bereits seit Wochen von schweren Unwettern betroffen. Gouverneur Andy Beshear hatte bereits am 27. Juni den Notstand ausgerufen, als Reaktion auf „ein schweres Wettersystem, das mehrere Perioden von starken Regenfällen, Gewittern und isolierten starken Winden erzeugte.“ Bei diesen früheren Überschwemmungen kamen in Kentucky mindestens sechs Menschen ums Leben. Die aktuelle Situation verschärft die bereits angespannte Lage in der Region und erfordert weiterhin höchste Wachsamkeit und Koordination der Rettungsdienste.
Die anhaltenden extremen Wetterbedingungen in den zentralen USA verdeutlichen die Notwendigkeit robuster Notfallpläne und die Anpassung an sich ändernde Klimamuster, die zu häufigeren und intensiveren Wetterereignissen führen könnten.
Source: Original Article